kult-newsletter-fahrkarteIn den 80er Jahren stempelte man Fahrkarten noch in den Straßenbahnen selbst ab. Damals gab es noch keine Fahrkartenautomaten, die die Tickets bereits fertig digital drucke konnten, sondern die Fahrgäste mussten sich ihre Streifen in der Bahn selbst entwerten.

In den 80er Jahren in Bremen

Als in den 80er Jahre in Bremen die Fahrtickets noch gestempelt wurden, gab es bei Weitem noch nicht so viele Linien, wie es heute der Fall ist. Zum Beispiel in Bremen gab es nur die Linien 1, 2, 3, 5, 6 und 10. Doch mit diesen konnte die ganze Stadt erkundet werden. Damals war es irgendwie auch noch leichter, ohne einen gültigen Fahrausweis zu fahren. Die Papierstreifen, die abgestempelt werden mussten, konnten sprichwörtlich kinderleicht selbst hergestellt werden.

Natürlich war es auch möglich, einen weißen Streifen stempeln, das war jedoch recht auffällig und brachte die Mitfahrer auf den Plan. Noch ein wenig mehr Spaß machte es, die Papierstreifen selbst herzustellen. Das ging ganz einfach, indem auf die weißen Papierstreifen ein kleiner maschinenbeschriebener Zettel mit der Linienbezeichnung geklebt wurde. Wenn sich darunter noch die genaue Bezeichnung der Haltestelle befand, war die Fälschung auf den ersten Blick für niemanden erkennbar.

Die Republik mit der Straßenbahn erkunden

Auch an anderen Orten erinnere ich mich, dass ich sehr schnell begann, diese mit der Straßenbahn zu erkunden. Die Linienstempel, die ich so sammelte, erinnern mich an meine Exkursionen mit der Bahn. Aber das war nicht das Einzige, was mir aus der damaligen guten alten Zeit geblieben ist. Vielmehr sammelte ich als Kind allerhand Dinge, die ich vermutlich heute nicht mehr sammeln würde. Damals gab es jedoch nicht nur die Tickets, die ich aufbewahrte, sondern auch die sogenannten Comet-Pfeile. Diese gab es an den Käse- und Fleischtheken, also Wartemarken, die damals noch nicht digital ausgedruckt wurden und die ich heute irgendwie kultig finde.

Meine Sammlungen haben mir Gott sei Dank keinen Spitznamen eingebracht. Bei einem Verwandten von mir war das jedoch anders. Dieser handelte sich den Spitznamen „Dose“ ein. Grund dafür war seine Dosensammelleidenschaft. Er hatte in seinem Zimmer die ganzen Wände voll stehen. Auch in den Regalen, eigentlich überall befanden sich die Dosen aus aller Welt. Eine Sammelleidenschaft kann also bares Geld einbringen. Denn gerade die kultigen Dosen waren später heiß begehrt und konnten hervorragend veräußert werden.