Solid Snake war einer dieser Helden. Einer dieser Helden, die uns heute fehlen. Batman kann den Joker nicht mehr umbringen, Spider-Man gibt seine Identität öffentlich preis und Superman spielt nur noch als junger Held auf RTL eine Rolle.

Solid Snake war der Antiheld. Grimmig, Raucher und nicht sonderlich sympathisch.

„I’m no hero. Never was. Never will be. I’m just an old killer“, sagt Solid Snake über sich selbst. Er ist der Hauptdarsteller in einem der beeindruckendsten Spiele, Ende des 20. Jahrhunderts. 1998 warf Konami einen Actionkracher par excellence in die Hände begeisterter Spielefreaks und Hobbygamer. Metal Gear Solid wurde Kult. Sechs Millionen Verkäufe und zahlreiche Auszeichnungen, sowie hohe Spielbewertungen folgten. Was für die damalige Zeit sehr unüblich war, ist die komplett deutsche Sprachausgabe. Das brachte vor allem den deutschen Spieler noch tiefer in die bewegende Geschichte Solid Snakes. Auf einmal stand eine andere Taktik, als das wilde Töten der Gegner auf dem Spielplan. Stealthtaktik ist das Zauberwort. Der Spieler musste sich möglichst unbemerkt von A nach B bewegen und war in seinen Entscheidungen relativ frei. Heute würde man ansatzweise Open-World dazu sagen.

Metal Gear Solid war innovativ und neu. Viele Spieler erinnern sich noch heute gerne an unvergessene Szenen des ersten Teils. Zum Beispiel musste man, um Psycho Mantis zu besiegen, sogar selbst sportlich aktiv werden. Denn der Gegner Psycho Mantis konnte die Gedanken von Solid Snake lesen. Dies konnte der Spieler nur verhindern, indem er vom Sofa aufsprang und den Controller in einen anderen Slot wechselte. Nun war es Psycho Mantis unmöglich, die Gedanken, oder in dem Fall die Daten der Memory Card, zu lesen. Eine irre Aktion vom japanischen Hersteller Konami.

Metal Gear Solid erschien für die Playstation und das Spiel blieb Sony treu. Teil 4, Guns of the Patriots, erschien für die Playstation 3 und für den PC. Es war der vorerst letzte Teil der Serie, der 2008 auf den Markt kam.