Genau wie die Mode änderte sich auch der Frisuren-Look von den 60ern in die 70er Jahre. Die „betonierten“ Frisuren der Damen wurden abgelöst durch Wellen, leicht geflochtene Zöpfe oder stylisch geföhnte Frisuren. Stirnbänder waren in Mode. Dabei wurde ein gerade geschnittener Pony vor das Stirnband gezogen und alle anderen Haare wurden hinter dem Band hoch toupiert. Gleichzeitig war auch der Bob modern, rund geschnitten und leider nicht für jeden Gesichtstyp tragbar. Ein rundes Gesicht wirkte damit eher wie ein Vollmond.

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Überwiegend wurde bei jeder Länge Mittelscheitel getragen, manchmal durch bis fast zum Hinterkopf, manchmal nur für 3 bis 4 Zentimeter und dahinter wurde wieder alles hochtoupiert nach hinten gekämmt. Sehr beliebt waren auch kinnlange Schnitte wobei die vordere seitlich Strähne etwas länger gelassen und zu einer 6 ins Gesicht gestylt wurde. Diese Frisur wurde damals nach meiner Erinnerung von Doris Day in fast jeden Film getragen. Ich fand sie toll.

Heute verstehe ich selbst nicht mehr, wie ich mir so einige Frisuren antun konnte

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Meine schönen langen Haare mussten der Mode weichen. Das ständige Wellen war mir einfach zu viel Arbeit, zumal meine Haare sehr schwer waren und nach einer bis zwei Stunden wieder ihre ursprüngliche Schnittlauchform annahmen. Der Mozartzopf war mir zu langweilig.

Beim ersten Versuch, sie zu kürzen, ließ ich sie noch etwas länger als bis zum Kinn, weil ich mich nicht so recht traute. Dann waren sie jedoch kein richtiger Bob und zu kurz für einen Pferdeschwanz oder einen Zopf. Irgendwann sah ich einen Film mit Doris Day und ließ mir dann doch die Haare nochmals kürzen und die berühmten Sechser waren ab da auch mein Markenzeichen. Der Hinterkopf konnte nicht hoch genug toupiert sein, da ich damals sehr darunter litt, dass ich nur 1,59 m groß bzw. klein war.

Das Schlimmste, was ich mir Ende der 70er allerdings antat, war die aufkommende Minipli. Damals fand ich es schick, heute würde ich die Bilder am liebsten verstecken, obwohl es immer viel Lachen gibt, wenn sie mal auftauchen. Heute bin ich überzeugt, dass diese winzig kleinen Locken einfach nicht für glattes Haar geeignet sind. Die Dauerwelle muss so stark sein, dass die Haare nur kaputt gehen können. Hinzu kommt, dass damals die Mittel bei weitem nicht so ausgereift waren wie sie es heute im Friseurhandwerk sind.

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Bei den Männern waren damals längere Haare angesagt, die mir allerdings nur gefielen, wenn sie sehr gepflegt waren. Strähnige Haare fand ich immer schon und finde ich auch heute noch abstoßend. Nur wirken leider gerade dünne oder feine Haare mit denen die Herren oft gestraft sind, immer etwas strähnig, jedenfalls, wenn sie länger sind. Geliebt habe ich aber die richtig dicken Koteletten, die damals „in“ waren.

Bilder von jonas_k und Screenshots diverser „Modeseiten“