Nach dem Gardasee und vor den ganz fernen Zielen wie die Seychellen war ein Ziel extrem angesagt: die Insel Gran Canaria. Was hat sie, was andere nicht haben?

Mit den Reisezielen ist es vermutlich wie mit den Getränken oder mit bestimmten Gerichten. Man kann fast das Alter eines Menschen erraten, wenn man sein Album mit Reisefotos betrachtet. So, wie man eine Zeitlang Cuba Libre oder Batida de Coco trank oder statt normalen Spagetti plötzlich Pasta mit Trüffeln goutierte, waren bzw. sind bestimmte Länder oder Regionen der Hit der Stunde. Wem Lloret de Mar zu nah oder zu poplig war, der reiste eben nach Gran Canaria oder suchte sich Immobilien an der Playa del Ingles. Das ist schön weit weg, und man konnte schon damals knorke entschleunigen, auch wenn es das Wort entschleunigen noch gar nicht gab.

Die Insel mit ganz viel Sand

Die 80iger sind, man muss es konstatieren, insgesamt eine schrille Dekade. Schulerpolster und Modern Talking sind nur zwei Beispiele für das wirklich Abgefahrene dieser Jahre. Und wer also richtig abfahren wollte, begab sich in einen Hotelkotz auf einer der Inseln der Seligen kurz vor Afrika. Sand, Hotelanlagen, noch mehr Sand: Was öde klingt, war es laut einigen Fotos aus der Zeit keineswegs. Man trank Sangria und freute sich, und ein Sonnenbrand ist doch ohnehin der beste Beweis dafür, dass der Urlaub rundum gelungen war. Die Formel lautet: Braun gleich erholt, so einfach ist das.

Die Karawane zieht weiter

Echt kultig war es in den Achtzigern eben, in den Süden zu fliegen. Da stand die Mauer noch, und die Deutschen waren noch nicht in den jeweils anderen teil Deutschlands aufgebrochen. Bevor also Rügen oder der Bodensee in wurden, musste es eben weit sein mit einer Prise Heimischsein. So war es, und so wird es vermutlich immer sein. Es werden also immer neue Ziele ersonnen und angesteuert.

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