Im Herbst 1973 drosselten die OPEC-Länder als Folge des Jom-Kippur-Krieges die Ölfördermengen um 5%. Dies hatte für alle westlichen Länder einen solch drastischen Preisanstieg zur Folge, dass zu dringenden Sparmaßnahmen nicht nur geraten wurde, es wurde in Deutschland von der Regierung sogar geregelt. Diese Preise waren sofort um 70% angestiegen, im Laufe der Zeit steigerte sich dies auf fast 400%. Es zeigte den Industriestaaten deutlich, dass sie abhängig waren von den OPEC-Ländern.

Taunus

Die zweite Ölkrise traf uns 1979/1980. Dieses Mal war der Golfkrieg der Anlass und die Preise stiegen wieder einmal um ca. 90%.

Als Autofahrer frage ich mich heute noch, ob der Preis jemals wieder niedriger wurde, aber das ist sicher ein subjektives Empfinden.

Endlich Führerschein und eigenes Auto und dann???

Als ich im Oktober 1972 meinen Führerschein stolz in Händen hielt, hatte ich auch gerade die Prüfungen in meiner kaufmännischen Ausbildung. Diese bestand ich im Februar 1973 und ich wurde von meiner Ausbildungsfirma übernommen. Endlich Arbeit und Gehalt und jetzt sparte ich auf mein erstes Auto.

Endlich, Ende September 1973 rief mein großer Bruder an – er war Autoschlosser, so hieß das damals noch – und sagte mir, er hätte ein süßes kleines gebrauchtes Auto für mich gefunden. Einiges musste er reparieren, Mitte Oktober hatte ich endlich MEIN Auto. Natürlich wollte ich jetzt auch fahren.

Leider hatte ich für Vergnügungsfahrten eigentlich nur an Sonntagen Zeit, da ich außer meinem Beruf noch meiner Leidenschaft frönte und an Samstagen beim Deutschen Roten Kreuz auf dem Unfallwagen mitfuhr. und da machte mir die erste Ölkrise doch schon einen Strich durch die Rechnung. Ab dem 25. November 1973 gab es wegen der Ölkrise vier autofreie Sonntage, sechs Monate durfte man auf Autobahnen nur 100 km/h und auf Landstraßen nur 80 km/h fahren. Verstöße wurden hart geahndet.

Warum ich gerade jetzt daran denke? Nicht nur wegen der maßlosen Enttäuschung, dass ich damals nicht fahren durfte, nein, es gibt im Moment zwei Gründe, warum mir das einfällt. Es gibt in vielen Foren jedes Jahr wieder Diskussionen, warum man die Sommerzeit eingeführt hat und ob man sie nicht wieder abschaffen sollte. Diese erste Ölkrise war der Anlass zur Einführung der Sommerzeit. Man glaubte, wenn es abends eine Stunde länger hell ist, spare man Energie. Ob das so stimmt, sei dahingestellt, es gibt Zweifler. Der zweite Grund sind die aktuellen Nachrichten, dass im Münsterland jetzt das Öl, das man damals unterirdisch „eingelagert“ hat, an die Oberfläche dringt und die Natur und Umwelt zerstört. Somit leiden wir noch heute unter den Folgen dieser Ölkrise von 1973, nicht nur preislich gesehen.

Bild von eriwst via flickr.com