Jesus Christ Superstar

Als im Oktober 1971 die Uraufführung des Musicals Jesus Christ Superstar in New York stattfand, ahnte niemand, dass dies ein weltweiter Erfolg werden sollte. Zwei Teenager, die kaum einer kannte hatten sich zusammengeschlossen, um eine – wie sie es nannten – Rockoper zu schreiben. Diese beiden unbekannten Teenager hießen Andrew Lloyd Webber, der die Musik schrieb, Tim Rice zeichnete für die Texte verantwortlich.

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Die Geschichte, um die es in dieser Rockoper geht, beschreibt die letzten sieben Tage im Leben Jesu Christi (Passion Christi) aus der Sicht des Judas. Judas sieht in Jesu Christi jedoch weniger den Sohn Gottes, sondern eher als Kämpfer gegen die römische Besatzung.

Schon wegen des Inhalts wurde dieses Musical in Südamerika nicht aufgeführt, jedoch hatte der Vatikan nichts dagegen einzuwenden.

Das erste Musical, das ich sehen durfte

In Deutschland spielte Reiner Schöne die Hauptrolle. Es war mein erstes Musical, dass ich gesehen habe, vielleicht bin ich deshalb noch heute so fasziniert davon und kann mich noch so gut daran erinnern. Viele der Songs sind mir im Gedächtnis geblieben, einige davon gehören zu meinen Lieblingsliedern.

Das Album verkaufte sich damals in höheren Zahlen als das rote Album der Beatles. Das sollte schon etwas heißen. Ich kann mich erinnern, dass die Beatles zeitweise schon eine goldene Schallplatte hatten, bevor eine Single überhaupt erschienen war, weil die Vorbestellungen entsprechend hoch waren. Damit wurde also auch ein Rekord gebrochen.

Einer der besten Jesus-Darsteller war sicher Ian Gillan, der Sänger der Gruppe Deep Purple. Aber nicht nur fetzige Stücke auch sanfte Töne begeistern mich in diesem Stück. Meine Lieblingssongs sind „I Don’t Know How To Love Him“, „Gethsemane“ und „Superstar“. Ich habe sogar aus dieser Zeit noch die Schallplatte und ich würde sie auch für kein Geld der Welt hergeben, auch wenn es heute beim Abspielen immer ein leichtes Kratzen gibt. Von CDs verwöhnt, erinnert mich das aber gerade an meine Jugendzeit und die Clique von damals.

Hair

Und noch ein Musical aus den 70ern, das ich liebe. Hair entstand aus der Hippie-Bewegung und war auch ein Protest gegen den Vietnamkrieg, über den ich schon schrieb. Buch und Texte sind von Gerome Ragni und James Rado, die Musik schrieb Galt MacDermot.

Hair zählt mit zu den erfolgreichsten Musicals weltweit. Die Musik erinnert an teilweise an Kirchenmusik, es sind eingängige und einfache Melodien. Die Texte sind oft hart, aber es gibt auch poetische Abschnitte. Die Mischung trägt sicher zum Erfolg bei.

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Hair entstand zwar bereits in den späten 60ern, aber 1979 wurde es verfilmt und da habe ich es gesehen. Gehört hatte ich die meisten Songs natürlich vorher schon.

 


 

Kein Verständnis der Erwachsenen für die „langhaarigen Faulenzer“

Bei Hair geht es um den Widerstand gegen den Vietnamkrieg. Es waren 500.000 Amerikaner in Vietnam eingesetzt und es wurde stark protestiert gegen weitere Einberufungen. Das ging sogar soweit, dass Einberufungsbefehle verbrannt wurden. Männliche Jugendliche ließen sich die Haare lang wachsen (Hair), trugen schmuddelige Kleidung und rebellierten gegen das Establishment. Schon wegen ihres Erscheinungsbildes waren sie bei der älteren Generation als faul und schlampig angesehen.

Die Story spielt in New York. Hier leben Claude Hooper Bukowski, die junge Sheila und ihr Zimmergenosse Berger in einer Dreiecksbeziehung. Claude ist hin- und hergerissen zwischen seiner patriotischen Erziehung und den pazifistischen Idealen seiner Mitbewohner. Entscheiden muss er sich, als seine Einberufung nach Vietnam kommt, entweder geht er ins Gefängnis oder in den Krieg.

Auch hier habe ich viele der Songs noch auf Schallplatte und höre sie immer wieder gern. Ein kleiner Auszug der berühmtesten Songs aus diesem Musical: Aquarius, Donna, Ain’t Got No, I Believe in Love, Hair, Frank Mills, Be-In (Hare Krishna) und Good Morning, Sunshine.

Ich erinnere mich noch gut an die Hare-Krishna-Sänger, die in den Einkaufstraßen standen in leuchtend bunten Gewändern und stundenlang ihr Hare Krishna sangen. Meinen Eltern waren die so gar nicht geheuer, ich fand sie faszinierend.

Erinnert Ihr euch auch?

Bilder:

Jesus Christ Superstar von János Balázs via flickr

Hair von Logan Donahoo via flickr.com