Der Vierteiler „Die Dornenvögel“ nach dem gleichnamigen Roman der Australierin Colleen McCullough war schon spannend bevor er in Deutschland ausgestrahlt wurde.

Inhalt: Der wegen Ungehorsam gegen die Kirche nach Australien strafversetzte katholische Pater Ralph de Bricassart ist sehr ehrgeizig und möchte es in der kirchlichen Laufbahn weit nach oben bringen.

Mary Carson, eine durch Erbe reich gewordene Großgrundbesitzerin, holt die arme Familie ihres Bruders Paddy Cleary zu sich und lässt sie für sich arbeiten. Die schöne Tochter ihres Bruders, Meggie, verliebt sich bereits als Kind in den Pater und verehrt ihn glühend.

Kult-TV-Dornenvoegel

Aus Neid und Missgunst vermacht Mary Carson nach einer Zurückweisung durch Pater Bricassart am Abend vor ihrem Tod ihr Vermögen nicht der Familie ihres Bruders sondern der katholischen Kirche. Hier stellt sich für den Pater die erste große Gewissenfrage: Vernichtet er das Testament – von dem nur er weiß -, dann würde das Erbe Paddys Familie zufallen. Andererseits kann er mit diesem Vermögen seinen Aufstieg in der Kirche machen. Er entscheidet sich für die Karriere und wird erst Bischof und dann Kardinal.

Allerdings schwankt Pater Ralph ständig zwischen seiner Liebe zu Gott, dem er dienen will und zwischen seiner Liebe zu Meggie. Diese hat, als sie erfuhr, dass sich Bricassart für die Kirche entschieden hat, den Heiratsantrag eines Wanderarbeiters, Luke O’Neill, angenommen. Luke behandelte Meggie jedoch nicht gut und lässt sie mit der gemeinsamen Tochter Justine meist alleine. Pater Bricassart besucht Maggie und steht ihr seelisch bei.
Immer wieder zerrissen zwischen seiner Liebe zu Gott und der Liebe zu Meggie passiert es dann in einem Urlaub, dass er mit Meggie schläft. Aus dieser Beziehung bekommt Meggie einen Sohn. Diesen Sohn liebt sie über alles und selbst ihre ältere Tochter Justine muss darunter leiden, da der Sohn – Dane – immer von Meggie bevorzugt wird.

Pater Ralph de Bricassart erfährt erst davon, dass er Vater ist, als Dane mit 27 Jahren tödlich verunglückt. Die Geschichte der Clearys spielt über drei Generationen.

Wunderschön und doch meist unter Tränen gesehen

Ein großer Erfolg wurde die Ausstrahlung bei der ARD im Oktober 1985. Das ZDF hatte die Ausstrahlung zuvor abgelehnt, weil das Thema ein zu heißes Eisen war. Schließlich ging es um einen katholischen Priester, der das Zölibat brach.

Ich erinnere mich, dass ich den Film über diese unerfüllte Liebe zwischen dem Pater und der schönen Meggie so rührend fand, dass ich von den fast acht Stunden Film ungefähr vier heulend vor Rührung vor dem Fernseher verbrachte. Gut, mit Anfang 20 war ich noch sehr romantisch veranlagt. Egal, ob Meggies Vater oder einer ihrer Brüder verunglückte, mir zerriss es das Herz ob des Leids, das diese Familie ertragen musste. Und in schwierigen Situationen kam immer Pater Ralph und stand ihnen moralisch bei. Seit diesem Film bin ich auch Richard-Chamberlain-Fan.

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Bild  von bogenfreund  via flickr.com