Im Jahr 1956 war es um die Autoindustrie nicht besonders gut bestellt. Die Suez-Krise setzte der Wirtschaft stark zu, außerdem waren die Menschen von der Benzin-Rationierung betroffen. Der Vorsitzende der British Motor Company (BMC) nützte die Situation, um mit einem kleinen Kultauto Weltruhm zu erlangen. Für Sir Leonard Loch war klar, dass dem Automarkt ein kleines Auto fehlte, das mit geringerem Spritverbrauch punktete. Somit war die Idee für den Mini geboren.

Rasche Umsetzung einer perfekten Idee

Sir Leonard Lord hatte den großen Vorteil, auf einen genialen Entwickler zurückgreifen zu können. Die Vorgaben für die Innovation am Automarkt waren klar. Ein Fahrzeug mit folgenden Eigenschaften sollte entworfen werden:

  • Möglichst klein und kompakt
  • Relativ geringer Treibstoffverbrauch
  • Platz für vier Personen
  • Raum für Gepäckaufbewahrung

In der Theorie war schnell klar, welchen Fahrzeugtyp sich der Vorsitzende der BMC vorstellte. Die Umsetzung erforderte jedoch einige technische Kniffe, die bisher noch nicht getestet worden waren. Dem Entwickler Alec Issigonis kam die Idee, den Motor vorne quer einzubauen und das Getriebe in die Ölwanne zu integrieren. Diese Vorschläge bedeuteten eine wahre Revolution am Automarkt der damaligen Zeit. Als absolutes Novum galten auch die vorne und hinten eingebaute Gummifederung sowie die mit 10 Inch besonders kleinen Reifen. Der Entwurf des Kleinwagens dauerte insgesamt nur rund sechs Monate. Als Projektname wurde ADO (Austin Design Office) gewählt. Der Mini sollte einer breiten Masse zur Verfügung stehen, daher wurde auch Wert auf eine möglichst einfache Produktionsweise gewählt. Die Karosserie wurde selbsttragend entwickelt, wobei die Schweißnähte außen angebracht wurden. Im Juli 1958 lud der Entwickler Issigonis seinen Boss zur Probefahrt ein. Schon nach fünf Minuten war Leonard Lord von den Qualitäten des Fahrzeugs überzeugt und der Siegeszug des Mini konnte beginnen.

Ständige Weiterentwicklung

Am Anfang konnte der Mini bei den Kunden nicht so richtig punkten, der Verkauf war eher schleppend.  1962 überstieg die Jahresproduktion erstmals 200.000 Stück. Im Laufe der Jahre erkannten die Reichen und Schönen die Vorzüge des kleinen Wagens und nutzen den Mini vermehrt als Stadtflitzer. Dass der Mini nicht nur als Kleinwagen, sondern auch als Ralleyfahrzeug punktete, verschaffte ihm zusätzlichen Ruhm. Erst seit 1969 wird das Auto übrigens erst als eigene Marke „Mini“ verkauft. Am 4. Oktober 2000 verließ der letzte „echte“ Mini die Produktionswerkstätte. In der 41-jährigen Geschichte wurden nur wenige technische Details verändert. Insgesamt wurden 5.387.862 dieser „Ursprungs-Minis“ produziert.

Der Mini heute – die Erfolgsstory geht weiter

Bereits in den 1990er Jahren arbeitete die MG Rover Group an einer Neuauflage des Kultfahrzeugs.. Gerade zu jener Zeit wurde das Unternehmen allerdings mit dem bekannten Autohersteller BMW fusioniert. Selbst nach der Trennung der beiden Firmen behielt BMW die Marke Mini. Im Jahr 2001 entschied man sich für die Produktion einer Neuauflage des Kultfahrzeugs aus Großbritannien. Sowohl der Innenraum als auch die Karosserie wurden dem Ursprungs-Mini nachempfunden. Allerdings wurden Design und technische Ausstattung natürlich auf den neuesten Stand gebracht. Die heutigen Minis sind mit allen technischen Finessen ausgestattet und haben dementsprechend auch ihren Preis. Mini Liebhaber mit geringem Budget finden hier gebrauchte Autos. Egal ob man einen Mini neu oder gebraucht kauft, das Fahren macht einfach Spaß.

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