Was waren das noch für Zeiten und wer erinnert sich nicht gerne daran, als Werder Bremen Ende der 80er Jahre ein Wunder an der Weser nach dem anderen vollbrachte. Dieser Artikel soll mit ein wenig Wehmut an diese legendären Spiele erinnern.

November 1987: 6:2 gegen Spartak Moskau

In der 2. Runde des Uefa Cups trifft Werder Bremen auf Spartak Moskau und verliert das Hinspiel sang-und klanglos mit 1:4. Das Stadion in Bremen ist nur halbvoll und nur wenige rechnen mit einem Comeback der Bremer. Der Türöffner dieses Spiels war Frank Neubarth, der bereits nach 2 Minuten zum 1:0 trifft. Bereits zur Halbzeit steht es 3:0 und es scheint alles wieder möglich. Dann kommen die Russen in der zweiten Halbzeit zurück und verkürzen auf 3:1, ehe Gunnar Sauer 11 Minuten vor dem Abpfiff das Ergebnis aus dem Hinspiel egalisiert.

Es kommt zur Verlängerung und die hat es wahrlich in sich ! Karl Heinz Riedle und Manfred Burgsmüller schiessen Werder mit 6:1 in Führung. Der Anschlusstreffer zum 6:2 bringt Spartak nichts mehr. Das erste Wunder an der Weser ist vollbracht.

Der Schlüssel im Bremer Wappen führt die Mannschaft in die nächste Runde und letztlich bis ins Halbfinale, wo man dem späteren Sieger des Cups Bayer Leverkusen unterliegt.

Oktober 1988: 5:0 gegen Dynamo Berlin

Noch nicht einmal ein Jahr ist seit dem ersten Wunder an der Weser vergangen, da zeigt die Mannschaft, dass sie dies auch im Europapokal der Landesmeister schaffen kann. Beim Meister der DDR verliert man das Hinspiel mit 0:3 und Werder Manager Willy Lemke und das Ehrenmitglied Willy Brandt, die das Debakel auf der Tribüne miterleben, sind masslos enttäuscht. Da hilft auch kein Schlüsseldienst zum Festpreis.
Im Rückspiel tut Werder sich zunächst schwer. Erst durch einen Elfmeter von Kutzop geht das Team in der 22. Minute in Führung. Zur Halbzeit steht es nur 1:0 und es fehlt noch einiges, um den Rückstand aus dem Hinspiel ausgleichen zu können. In der zweiten Hälfte dreht Werder dann richtig auf. Dank Hermann, Riedle, Burgsmüller und Schaaf gewinnt die Mannschaft letztlich souverän mit 5:0 und erreicht die nächste Runde. Wie beim ersten Wunder treffen wiederum Karl Heinz Riedle und Manfred Burgsmüller und versetzen das Weserstadion am Osterdeich in Verzückung.
Schluss ist in diesem Jahr wieder erst gegen den späteren Sieger AC Mailand im Viertelfinale.

Dezember 1989: 5:1 gegen SSC Neapel

Wieder war gerade einmal ein Jahr vergangen bis zum nächsten Wunder von der Weser. Diesmal erwischte es sogar den Jahrhundertspieler Diego Maradona und seinen SSC Neapel. Es gelingt den Bremern schon im Hinspiel eine Riesenüberraschung und ein 3:2 Spiel durch ein Tor von Wynton Rufer in der letzten Minute. Trotzdem ist Vorsicht angebracht, da Neapel als auswärtsstark gilt und mit Maradona über einen extrem starken Stürmer verfügt. Im Rückspiel wird Neapel dann jedoch aus dem Stadion geschossen. Rufer, Riedle zweimal, Sauer und Eilts treffen für die Bremer und selbst den Ehrentreffer für Neapel erzielen die Bremer selbst. Eine denkwürdige Nacht endet mit einem überragenden 5:1 Sieg.
Erst im Halbfinale ist unglücklich Schluss gegen den AC Florenz nach 2 Unentschieden und der Auswärtstorregel.

In den 90er Jahren wurde es etwas ruhiger, aber es gab noch 2 Ergebnisse, die als Nachfolger der Wunder von der Weser einzuordnen sind und nicht unerwähnt bleiben sollten.

In der Champions League 1993 liegt Werder zur Halbzeit gegen den RSC Anderlecht bereits mit 0:3 zurück. Die Aufholjagd beginnt erst in der 66. Minute und die Mannschaft kann das Spiel noch komplett drehen und schließlich mit 5:3 gewinnen. Der Türöffner dieses Spiels war wie gegen Neapel Wynton Rufer.

Im Uefa Cup 1999 verliert Werder Bremen das Hinspiel der 3. Runde bei Olympique Lyon mit 0:3. Alles scheint auf das frühzeitige Aus hinzudeuten. Aber Werder besinnt sich im Rückspiel auf die Wunderspiele der Vergangenheit und setzt mit dem Trainer Thomas Schaaf, der damals selbst bei früheren Wunderspielen dabei war, auf die Offensive. Bode, Herzog, Baumann und Herzog schiessen ein 4:0 heraus und Werder Bremen in die nächste Runde.

Das waren noch Zeiten, an die nicht nur jeder Werder Fan gerne zurückdenkt !

Bild Copyright: Image by StockUnlimited